Dieses kleine Denkmal mitten im Stangenteichshorst erinnert an Bernhard von Goldammer, dem Hirschvater des Sachsenwaldes. Goldammer wurde von Otto von Bismarck als Jagdpächter und Jagdaufseher bestellt, um die heruntergewirtschafteten Wildbestände wieder in ein art- und habitatgerechtes Gleichgewicht zu bringen. Der Oberst a.D. war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Es ranken sich viele Geschichten um sein Forsthaus am Stangenteich, wo auch der Reichskanzler Bismarck gerne vorbeischaute, um mit Goldammer einen großen Becher seiner Lieblingsmischung aus Sekt und Moselwein zu genießen. Wer mehr zum Hirschvater des Sachsenwaldes wissen will, findet hier im Blog mehr Informationen.

Der Forstort des Monats April liegt im Herzen des Sachsenwaldes zwischen der Schwarzen Au im Norden und der Königsallee im Süden. Der Name des Forstortes weist auf die Stangenteiche hin, die vom Wasser der Schwarzen Au gespeist werden. Wohl kein Forstort kann soviel über die wechselvolle Geschichte des Sachsenwaldes erzählen wie der Stangenteichshorst.

Seit 1846 wird der Stangenteichhorst durch die Bahnstrecke Hamburg-Berlin zerschnitten, die seinerzeits die längste Fernbahnstrecke der deutschen Länder war. Damals gab es noch viele beschrankte und unbeschrankte Gleisübergänge im Sachsenwald. Diese wurden im Zuge des Hochgeschwindigkeitsausbaus 2002 aufgehoben, so dass die Gleise im Sachsenwald nur noch in Friedrichsruh und am Pulverborn überquert werden können. Damit ist der Stangenteichhorst praktisch zweigeteilt.

Inzwischen spiegelt die Bahnstrecke auch die Besitzverhältnisse wieder. 1871 bekam Otto von Bismarck den gesamten Sachsenwald zum Dank für seine Verdienste um die Gründung des Deutschen Reiches zum Geschenk. Zwischenzeitlich ist der zusammenhängende Waldbesitz durch Erbteilung und Verkauf eigentumsrechtlich zergliedert. Der Stangenteichhorst gehört inzwischen nördlich der Bahnstrecke den direkten Nachfahren Otto von Bismarcks, während der südliche Teil zum Forstbetrieb Oedendorf gehört, der sich im Eigentum des Hamburger Reeders Eberhart von Rantzau befindet.

Der nördlich der Bahnstrecke gelegene Teil des Stangenteichhorstes war früher Teil eines geschlossenen Wildgatters, das sich über mehrere hundert Hektar von der Bahnstrecke bis zum Oedendorfer Weg ausdehnte. Nachdem die sogenannte Gatterjagd gesetzlich verboten wurde, mussten nach langem Rechtsstreit auch die zwei Wildgatter im Sachsenwald zurückgebaut werden. Seit 2022 sind diese Waldbereiche öffentlich zugänglich, sieht man einmal davon ab, dass das Gelände um das Forsthaus umfriedeter Privatgrund ist und das Gelände um den Kammerbeksteich als Seeadlerschutzgebiet gesperrt ist.

Diese Jagdhütte am Stangenteich erlangte als steuerlich attraktive Firmenadresse kurzzeitige Berühmtheit.

Die jüngste Entwicklung des Sachsenwaldes betrifft den Forstgutsbezirk Sachsenwald. Seit Otto von Bismarcks Zeiten war der Sachsenwald als gemeindefreier Forstgutsbezirk eine eigenständige Verwaltungseinheit. Dieser Forstgutsbezirk war eine private Körperschaft öffentlichen Rechts, die das Recht zur Erhebung von Gewerbesteuern hatte. Von diesem Recht machte der Eigentümer Gebrauch, was dann von der NGO „Frag-den-Staat“ aufgedeckt und vom ZDF medienwirksam skandalisiert wurde. In der Folge herrschte politische Einigkeit darüber, dass das Recht zur Steuerfestsetzung demokratischer Kontrolle bedarf. Und so löste der Landtag Schleswig Holstein den Forstgutsbezirk Sachsenwald zum 1.1.2026 auf und verteilte das Gebiet auf die umliegenden Kommunen. Mehr Informationen hierzu finden sich in meinem Blog vom 7. November 2025.

Der Stangenteich als Wintertraum

Das Hummerhaus im südlichen Stangenteichshorst ist nicht nach den Krustentieren, sondern nach dem Haumeister Hummer benannt, der einst hier wohnte.

Herbstidyll am Stangenteich