Das Neue Jahr beginnt mit einem klaren und eiskalten Wintermorgen am Kammerbekteich. Die imposante Eiche auf dem Kalenderbild habe ich Donar genannt. Sie fand bei den Besuchern meiner Ausstellung „Die alten Bäume des Sachsenwalds“ ganz besonderen Anklang. Durch ihre ausladenden Äste hat der Baum eine unwirkliche Ausstrahlung, die Gesetze der Schwerkraft scheinen hier außer Kraft gesetzt.

Ihren Charakter trägt die Benekenriede bereits im Namen: Der Begriff „Riede“ entstammt dem mitteldeutschen Sprachraum und bezeichnet sumpfige Wiesen entlang von Fließgewässern. In der Benekenriede ist dieses Fließgewässer die Kammerbek, die den nordöstlichen Sachsenwald durch ihr Bachsystem entwässert. Sie entspringt östlich der B404 im Forstort „Moorigen Ort“ und führt dann durch die Forstorte „Schwarze Riede“ und „Benekenriede“, bevor sie im Knopshörn in die Schwarze Au mündet. Feuchtwiesen und Erlenbrüche kennzeichnen den Forstort, der aber auch die sachsenwaldtypischen Fichten- und Eichenbestände aufweist. Erwähnung fand die Benekenriede 1912 im botanischen Werk „Die Gramineen Schleswig-Holsteins“, weil hier an der Kammerbek das seltene Riedgras Calamagrostis Hartmaniana wächst

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Die Benekenriede liegt im zentralen Sachsenwald und gehörte zum abgeschlossenen Wildgatter des Sachsenwaldes, das erst Ende 2020 geöffnet wurde. Öffentlich zugänglich ist dieser Forstort aber trotzdem nicht, weil er zum Seeadler-Schutzgebiet gehört, das nur mit besonderer Genehmigung betreten werden darf. Ich bedanke mich bei den zuständigen Stellen für die Erlaubnis, in dem Schutzgebiet zu fotografieren.

Apropos Naturschutz: Die Uferbereiche der Kammerbek stehen als Flora-Fauna-Habitate unter besonderen Naturschutz und gehören zu Natura-2000, einem Netz europäischer Schutzgebiete, in denen die Lebensräume von Pflanzen und Tieren bewahrt werden sollen.

Die besondere Ruhe und Abgeschiedenheit des Schutzgebietes schafft ideale Rückzugsräume für das heimische Wild. Ganz besonders für die Wildschweine ist die moorige Benekenriede ein ideales Habitat. Mit etwas Glück und viel Ruhe lassen sie sich sogar vom Weg aus beobachten. Dort, auf dem Waldweg, sollte man auch aus eigenem Interesse bleiben. Mit Bachen, die Frischlinge führen, ist nämlich nicht zu spaßen. Mein Enkelsohn Benni war begeistert, diese Tiere aus der Nähe zu beobachten.

Nicht nur Wildschweine, auch Dam- und Rotwild sind in der Benekenriede zuhause. Es gehört aber viel Glück dazu, diese scheuen Wildtiere zu Gesicht zu bekommen. Und noch mehr Glück braucht man, den Eisvogel zu beobachten, der an allen Bächen des Schsenwaldes vorkommen kann.